Forderungen sind Cash – so einfach ist das
- Martin Keitel
- 8. Sept. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Nov. 2025
Ich rate jedem, der den echten Wert von Forderungen wirklich verstehen will, sich einmal selbst mit dem Eintreiben offener Posten beschäftigen. Und zwar nicht, indem Forfaitierungspakete geschnürt und gedealt werden, sondern ganz operativ. Ich habe das gleich am Anfang meiner Laufbahn in einem Leasingunternehmen gelernt: Dort war es gängige Praxis, dass jeder Mitarbeiter regelmäßig die OP-Liste abtelefonieren musste.
Das waren oft skurrile Situationen, manchmal auch unangenehm-eskalierende Gespräche – aber sie hatten einen guten Zweck: Jeder verstand sehr schnell, dass hinter „Forderungen“ keine abstrakte Bilanzposition steht, sondern schlicht und ergreifend Cash.
Diese Erfahrungen haben mich geprägt. Seitdem gilt für mich: Forderungen sind Chefsache. Warum? Weil sie nicht nur kurzfristig Liquidität sichern, sondern langfristig über die strategische Handlungsfähigkeit entscheiden:
Working Capital: Wer seine Days Sales Outstanding (DSO) konsequent steuert, reduziert den Kapitalbedarf und schafft finanzielle Flexibilität.
Finanzierung & Covenants: Forderungen beeinflussen Kennzahlen wie Net Debt/EBITDA oder Liquiditätsquoten. Sauberes OP-Management kann den Unterschied machen, ob Finanzierungsbedingungen halten und – oder eben nicht.
Kultur: Ein CFO, der Forderungsmanagement ernst nimmt, prägt eine Organisation, in der Liquidität kein Zufallsprodukt ist, sondern bewusst gesteuert wird.
Fazit: Forderungen sind kein Nebenprodukt des Geschäfts, sie sind der direkte Zugang zum Cashflow. Deshalb gehören sie auf die Agenda der Geschäftsführung – nicht als Detail, sondern als strategisches Thema.
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